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Schlüssel brechen selten ohne Vorwarnung. Meist ist der Zylinder schwergängig, weil Stifte verschlissen oder verschmutzt sind, oder der Schlüssel ist eine abgenutzte Kopie, die nicht sauber führt. Wird dann mit Kraft gesperrt, bricht der Schlüssel an der dünnsten Stelle, meistens direkt am Zylinder. Nach dem Entfernen des Rests sollte der Zylinder deshalb geprüft werden: Schwergängigkeit ist ein Hinweis, dass der nächste Schlüssel ebenso brechen kann.
Keinen Kleber verwenden, um den Rest herauszuziehen. Keine Nadeln, Büroklammern oder Zangen in den Zylinder stecken. Nicht versuchen, den Rest mit dem zweiten Schlüssel tiefer zu drücken. Jeder dieser Versuche macht das Ziehen schwieriger und führt oft dazu, dass der Zylinder ersetzt werden muss, obwohl er zu retten gewesen wäre.
Mit Auszieh-Werkzeug, das in die Schlüsselnut greift, wird der Rest in Richtung der Schlüsselbahn herausgezogen. Steckt der Rest in Sperrstellung, muss der Zylinderkern zuerst in Grundstellung gebracht werden. Danach prüfen wir, ob der Zylinder leichtgängig sperrt. Bei verschlissenen oder beschädigten Zylindern empfehlen wir den Tausch und haben passende Zylinder dabei.
Bei Zimmertüren mit Buntbartschlüssel und bei alten Kastenschlössern ist das Vorgehen anders, weil keine Stifte, sondern Zuhaltungen sperren. Auch hier lässt sich der Rest in der Regel entfernen; gelegentlich muss das Schloss dafür ausgebaut werden.
Ist die Tür abgesperrt und der Rest steckt, kommt die Türöffnung dazu. Wir klären am Telefon, ob die Tür nur zugefallen oder versperrt ist, und bereiten Werkzeug und Ersatzzylinder entsprechend vor. Vor Ort wird die Zugangsberechtigung geprüft.
Der abgenutzte Zweitschlüssel, der in einem alten Zylinder in Ottakring abbricht. Der Kellerschlüssel mit Bart, der in Favoriten im Buntbartschloss steckt. Der Haustorschlüssel einer Zentralanlage in der Leopoldstadt, dessen Rest im Torzylinder sitzt und niemanden mehr hineinlässt. Jeder Fall braucht ein anderes Werkzeug, aber dieselbe Regel: nichts weiter versuchen, anrufen, beschreiben.
Lassen Sie schwergängige Zylinder prüfen, bevor der Schlüssel bricht. Verwenden Sie Originalschlüssel oder Nachbestellungen vom Hersteller statt Kopien von Kopien. Pflegen Sie den Zylinder nur mit geeignetem Pflegemittel, nicht mit Öl. Und tragen Sie Schlüssel nicht so, dass sie in der Hosentasche dauerhaft verbogen werden; verbogene Schlüssel brechen zuerst.